Autor
Weneta Nikolowa
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Samstag 28 Februar 2026 17:50
Samstag, 28 Februar 2026, 17:50
Dolmen „Notschewi tschairi“
FOTO EAGLEFEST.BG
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Sakar, eines der rätselhaftesten und am wenigsten bekannten Gebirge Bulgariens, entwickelt sich langsam, aber stetig zu einer neuen Destination für nachhaltigen Tourismus. Die Region zwischen den östlichen Rhodopen und dem Strandscha-Gebirge blieb über Jahre hinweg abseits der touristischen Ströme. Doch gerade diese „Unberührtheit“ erweist sich als ihr größter Reichtum.
Michaela Kirtschewa, Betreiberin einer touristischen Basis am Stausee „Studen kladenez“, engagiert sich mit großer Energie und Hingabe für die Entwicklung der Region als Ziel für Abenteuer- und Ökotourismus. Gemeinsam mit der Bulgarischen Gesellschaft für Vogelschutz und Gleichgesinnten beteiligt sie sich an der Entwicklung der neuen Website visitsakar.com. Ziel ist es, Informationen zu Routen, Sehenswürdigkeiten, Unterkünften und landwirtschaftlichen Produkten aus dem Gebiet des Sakar-Gebirges an einem Ort zu bündeln.
Kloster „Heilige Dreifaltigkeit“
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„Die gesamte Region hatte ein enormes Potenzial, sich zu einer Destination für Ökotourismus zu entwickeln, die verschiedene Formen einschließt – Radtourismus, Wandern, unterschiedliche kulinarische Erlebnisse und eine Gastronomie, die mit den lokalen Traditionen verbunden ist. Unser Ziel war es, durch verschiedene Initiativen und durch die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, mit Landwirten, Gemeinden und dem lokalen Gewerbe attraktive touristische Produkte zu entwickeln“, sagte Michaela Kirtschewa.
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Sakar unterscheidet sich deutlich von klassischen Tourismusregionen: Es gibt keinen Massentourismus und keine großen Ferienanlagen. Dafür bietet die Region etwas Wertvolleres – ein Gefühl von Weite, Stille und Geschichte. Das Gebirge ist Heimat einzigartiger megalithischer Denkmäler – der Dolmen – sowie einer der symbolträchtigsten Vogelarten Bulgariens, des Kaiseradlers. Dennoch handelt es sich nicht um eine herkömmliche Touristendestination, betonte Michaela Kirtschewa und ergänzte:
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„Die größte Konzentration von Dolmen befindet sich genau hier im Sakar, was nur wenige Menschen wissen. Ebenso wissen nur wenige, dass dies das Land des Kaiseradlers ist – einer emblematischen Art mit einer sehr stabilen Population, die eng mit der traditionellen Landwirtschaft verbunden ist. Wir versuchen, diese beiden Reichtümer – den natürlichen und den kulturellen – mit allem zu verweben, was die Region sonst noch bietet: Festungen, Schutzgebiete, Flüsse, Routen… Der Dolmen bei dem Dorf Chljabowo, bekannt als Notschewi tschairi, gehört beispielsweise zu den am besten erhaltenen und ist leicht zugänglich, da er sich in der Nähe der Straße befindet. In der Region gibt es noch weitere interessante Objekte, etwa den Dolmen von Kliftinowa niwa und andere.“
Kaiseradler
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Die Beobachtung des Kaiseradlers gilt als unvergessliches Erlebnis, erfordert jedoch sachkundige und erfahrene Guides. Derzeit bieten zwei Unternehmen solche Beobachtungen an. Sie lokalisieren den Vogel, zeigen geeignete Beobachtungspunkte und erklären, wie man ihn nicht stört. Es handelt sich nicht um einen einfachen Spaziergang, sondern um eine Begegnung mit einem der seltensten Lebewesen der bulgarischen Natur, betonte Michaela Kirtschewa. Gleichzeitig treten auch erste Reiseveranstalter auf, die organisierte Touren anbieten.
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„Wenn man bei Google nach ‚Ausflug Sakar‘ sucht, findet man bereits verschiedene Programme. Die einfachste Variante ist eine organisierte Reise, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Wer abenteuerlustiger ist, kann auch individuell aufbrechen. In Topolowgrad sowie in Dörfern wie Oreschnik und Mramor gibt es gute Übernachtungsmöglichkeiten. Das Historische Museum in Topolowgrad unterstützt bei der Planung von Routen. Für Individualtouristen wird die Website visitsakar.com GPS-Tracks anbieten, die heruntergeladen und über mobile Anwendungen genutzt werden können“, erklärte Michaela Kirtschewa abschließend.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov