Indischer Hörer bleibt über ein halbes Jahrhundert Radio Bulgarien treu

Samstag, 14 März 2026, 15:42

Indischer Hörer bleibt über ein halbes Jahrhundert Radio Bulgarien treu

FOTO Fotokollage: Elizabeth Radkova

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Vor 55 Jahren empfing ein aufgeweckter Junge aus Indien zum ersten Mal ein Signal aus einer fernen Galaxie – vermutlich so klang für ihn das Kurzwellenprogramm aus … Bulgarien.

Per Funk liegt Neu-Delhi nur 5.000 Kilometer von Sofia entfernt – 5.000 Kilometer, die zwei Welten trennen. Einer der treuesten Hörer von Radio Bulgarien lebt genau dort, in der Hauptstadt Indiens. Die Liebesgeschichte des jungen Jayanta Chakrabarti mit Bulgarien begann mit einem Radiogerät. 

Am 11. Februar 1971, in seinem Zuhause in Neu-Delhi, war der 11-jährige Jayanta überglücklich. Er drehte am Sendersuchlauf seines nagelneuen Radios – ein Geschenk seines Vaters. Einer der ersten empfangenen Sender strahlte auf Englisch, stammte aber aus einem fast unbekannten Land – aus dem exotischen Bulgarien. Die Fantasie des Jungen war geweckt. Er wurde regelmäßiger Hörer von Radio Sofia, fasziniert von einem unbekannten und fernen Land. Dieses Interesse sollte sein Leben lang anhalten. 

„Schon als Kind interessierte ich mich für die Kulturen anderer Länder. Mein besonderes Interesse galt Bulgarien, weil es selbst zur Zeit des Kommunismus deutlich weiter entwickelt war als viele andere Länder des Ostblocks – mit starker Industrie und reichem Kulturerbe. Ich war begeistert. Diese Neugier begann in meiner Schulzeit und wuchs mit der Zeit nur noch weiter“, schrieb er uns. 

FOTO Privatarchiv von Jayanta Chakrabarti

Bis heute verfolgt Jayanta Chakrabarti die Sendungen von Radio Bulgarien. Er kennt die Geografie, Geschichte und politischen Entwicklungen des Landes besser als jeder durchschnittliche Bulgare. 

„Als langjähriger, treuer Hörer Ihres Senders sende ich Ihnen herzliche Glückwünsche zu Ihrem 90-jährigen Bestehen“, schrieb er. „Ich bin stolz, dass ich seit fast 56 Jahren treuer Hörer bin, seit der Zeit, als Radio Bulgarien noch Radio Sofia hieß.“ 

Vor einem Jahr erzählte Jayanta Chakrabarti im Gespräch mit Radio Bulgarien, dass sein Traum sei, das Land zu besuchen, über das er so viel gehört hatte. 

In seinem Brief anlässlich des Jubiläums von Radio Bulgarien im Februar, als neun Jahrzehnte seit den ersten Kurzwellenübertragungen ins Ausland gefeiert wurden, schrieb er: 

„Radio Bulgarien war für mich ein Fenster zum schönen Bulgarien, durch das ich wertvolles Wissen über die bewegte Geschichte, Kultur, Traditionen und die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer alten Nation sammeln konnte. Ich bin Radio Bulgarien auch dafür dankbar, dass es mir half, mein Englisch zu verbessern, das nicht meine Muttersprache ist.“

Herr Chakrabarti ist Radioliebhaber, und dies ist keineswegs das einzige Programm, das er hört. Gerade vor dem Hintergrund seines umfassenden Wissens und seiner Beobachtungen zu verschiedensten Radiosendungen weltweit ist seine Einschätzung für uns besonders wertvoll. 

FOTO Fotokollage: Elizabeth Radkova

„Radio Bulgarien hat seit dem Start seines internationalen Programms 1936 einen langen und ereignisreichen Weg zurückgelegt. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich zu einem seriösen Radiosender, der authentische und unparteiische Nachrichten und Berichte über Ereignisse in Bulgarien und den benachbarten Balkanländern bietet. Politische Umbrüche und technologische Veränderungen konnten seinen Auftrag als öffentlich-rechtlicher Rundfunkanbieter nie erschüttern – die kulturelle Identität zu bewahren und warme, freundschaftliche Beziehungen zu seinem globalen Publikum zu pflegen.“ 

Ich wünsche BNR alles Gute für die kommenden Jahre und freue mich auf die Feier des bevorstehenden 100-jährigen Jubiläums. Ich habe erfahren, dass BNR eine Serie von QSL-Karten vorbereitet, die sicher wertvolle Erinnerungen für seine Hörer werden.

Die neuen QSL-Karten: 90 Jahre Bulgarischer Nationaler Rundfunk und 90 Jahre „Radio Bulgarien“

FOTO Dessislawa Semkowska

Ich füge ein Foto meines Radios (National Panasonic) bei, das ein Geschenk meines Vaters zu meinem elften Geburtstag war, und Radio Sofia war einer der ersten internationalen Sender, die ich hörte. Wenn mein Gedächtnis mich nicht täuscht, sendete Radio Sofia damals auf 11.725 kHz. 

Mit herzlichen Grüßen aus Indien, 

Jayanta Chakrabarti 

FOTO Privatarchiv von Jayanta Chakrabarti

Wir danken Herrn Chakrabarti für seine freundlichen Worte und seine langjährige Treue. Wir schätzen auch sein anhaltendes Interesse an unserem Land. Seine Geschichte ist ein weiteres Zeugnis für die Verbindungen, die Radio zwischen Menschen und Kulturen schafft – unabhängig von Entfernungen.


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Redakteurin: Elizabeth Radkova

Übersetzung: Lyubomir Kolarov