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Gergana Mantschewa
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Dienstag 10 März 2026 15:05
Dienstag, 10 März 2026, 15:05
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Der eskalierende Krieg im Nahen Osten erschütterte die Energiemärkte und löste Befürchtungen über längerfristige Lieferunterbrechungen aus. Ein deutlicher Beleg dafür zeigte sich am Montag, dem 9. März 2026, als die Erdgas-Futures in Europa um 30 Prozent auf über 69 Euro pro Megawattstunde stiegen. Dies ist der höchste Stand seit Anfang 2023 und ein Hinweis auf die Verschärfung der Krise, nachdem die Händler in der Vorwoche einen Preisanstieg von 67 Prozent verzeichnet hatten.
FOTO bulgartransgaz.bg
„Auch in Bulgarien wird sich der Gaspreis erhöhen, aber nicht so stark wie in anderen Ländern, die stark vom Erdgasimport abhängig sind – sowohl für die Industrie als auch für private Haushalte“, erklärte der bekannte bulgarische Wirtschaftswissenschaftler und Finanzexperte Rumen Galabinow im Interview gegenüber Radio Bulgarien:
Rumen Galabinow
FOTO BNR - Ani Petrowa
„Bulgarien ist seit Jahresbeginn Teil der Eurozone und wird nun mit den anderen Staaten der Währungsunion vergleichbar. Für 2026 waren von der EU-Kommission ehrgeizige Strukturreformen geplant, um ein etwas intensiveres Wirtschaftswachstum in Europa zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft mit der US-amerikanischen und asiatischen Wirtschaft zu steigern. Sollte der militärische Konflikt länger andauern, wirkt sich dies nicht nur auf Europa, sondern auch auf die asiatischen Volkswirtschaften aus – etwa China, Indien und Südkorea, die in der Region führend sind, werden ebenfalls betroffen sein“, sagte er.
Galabinow prognostizierte außerdem steigende Preise für Benzin und Diesel, da die Futures für Öl und Erdgas eine Entwicklung zeigen, die sich in den nächsten drei bis sechs Monaten auf die Verbraucherpreise auswirken wird.
FOTO BTA
„Bulgarien ist seit Jahresbeginn Teil der Eurozone und wird nun mit den anderen Staaten der Währungsunion vergleichbar. Für 2026 waren von der EU-Kommission ehrgeizige Strukturreformen geplant, um ein etwas intensiveres Wirtschaftswachstum in Europa zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft mit der US-amerikanischen und asiatischen Wirtschaft zu steigern. Sollte der militärische Konflikt länger andauern, wirkt sich dies nicht nur auf Europa, sondern auch auf die asiatischen Volkswirtschaften aus – etwa China, Indien und Südkorea, die in der Region führend sind, werden ebenfalls betroffen sein“, sagte er.
Galabinow prognostizierte außerdem steigende Preise für Benzin und Diesel, da die Futures für Öl und Erdgas eine Entwicklung zeigen, die sich in den nächsten drei bis sechs Monaten auf die Verbraucherpreise auswirken wird.
Atanas Kazartschew
FOTO Stefan Kuntschew
„Bulgarien verfügt über einen ausgewogenen Energiemix, etwa bei Stromkapazitäten, der die Preiserhöhungen teilweise kompensieren kann – durch erneuerbare Energien, Kernkraft und Importe. Auch beim Rohölimport kann Bulgarien aus dem Schwarzmeerraum ausgleichen, nicht nur aus arabischen Quellen. Unterbrochene Lieferungen von verflüssigtem Erdgas aus Katar haben nur peripheren Einfluss. Die Krise wird sich auch bei uns spürbar machen – die Inflation wird allmählich steigen. Wie sich die Lage weiter entwickelt, ist jedoch schwer vorherzusagen“, sagte Galabinow.
Die Gewerkschaften beobachten bereits einen Anstieg der Spritpreise an Tankstellen um 13 Prozent im Einzelhandel. „Mathematisch betrachtet führt eine Erhöhung der Kraftstoffpreise um 10 Prozent zu einem Inflationsanstieg von 1 Prozent“, erklärte Atanas Kazartschew, Chefökonom der Gewerkschaft KТ „Podkrepa“.
„Wir können nun einen Preisanstieg erwarten, zumal es keinen Haushalt gibt, was zusätzliche Unsicherheit über Bulgariens Position in diesem Konflikt und die Signale unserer Politiker erzeugt. Als kleines Land müssen wir uns auf mögliche Lieferengpässe vorbereiten und wissen, welche Notfallpläne die Regierung ergreifen wird. Die Befürchtung ist, dass der Konflikt nicht bald endet. Die Folgen sind unklar, aber auch wir werden betroffen sein und uns vorbereiten müssen. Wichtig ist, wie die Einkommen der Bevölkerung bei steigender Inflation geschützt werden – die Spritpreise steigen bereits. Die Verbraucherschutzkommission hat Kontrollen gestartet, es stehen uns also keine einfachen Tage bevor. Wir erwarten, dass sich Kabinett und Parlament damit befassen, aber offenbar haben sie andere Prioritäten“, sagte Kazartschew abschließend.
Gestaltet von Lyubomir Kolarov