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Trjawna belebt den legendären Wettstreit der Holzschnitzer neu
Samstag 2 Mai 2026 10:55
Samstag, 2 Mai 2026, 10:55
FOTO artschooltryavna.com
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Bis zum 6. Mai ist die kleine Bergstadt Trjawna (Zentralbulgarien) Schauplatz lebendiger Tradition während der „Tage der Holzschnitzkunst“. Die Veranstaltung lässt eine der emblematischsten Praktiken der lokalen Kunstschule wiederaufleben – den meisterlichen Wettstreit unter Holzschnitzern, inspiriert von einem historischen Wettbewerb aus dem Jahr 1808 im Daskalow-Haus, einem symbolträchtigen Ort der bulgarischen Holzschnitzkunst. Damals schufen zwei Meister die berühmten geschnitzten Decken mit Sonnenmotiven, die bis heute als Höhepunkt der bulgarischen dekorativen Kunst gelten.
FOTO tryavna.org
Heute wird die Tradition in einem zeitgenössischen Format fortgeführt: Etablierte Künstler aus Bulgarien und dem Ausland arbeiten live vor Publikum und schaffen neue Werke aus Holz. Besucher können den gesamten Prozess verfolgen – vom ersten Schnitt bis zum fertigen Detail – auf dem Platz vor dem Kulturhaus „P. Slawejkow 1871“.
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Eine Jury wird die Arbeiten bewerten, und der Sieger wird nach altem Brauch ausgezeichnet – mit dem symbolischen Anlegen eines Gürtels als Zeichen anerkannter Meisterschaft. Die entstandenen Werke bleiben den ganzen Sommer über im öffentlichen Raum ausgestellt und werden Teil einer visuellen Erzählung, die verschiedene Generationen und Nationalitäten von Schnitzern vereint, die sich der Bewahrung und Weiterentwicklung der künstlerischen Tradition widmen.
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Das Programm umfasst zudem Ausstellungen, Konzerte und Vorführungen. Am 6. Mai, wenn einer der größten und beliebtesten Feiertage – der Georgstag – begangen wird, der den Beginn des Sommers und des neuen Wirtschaftsjahres markiert, wird das wiederbelebte Trjawna zur Bühne eines der eindrucksvollsten Ereignisse im Kulturkalender der Stadt: der feierliche Umzug der Holzschnitzermeister mit der Ikone des heiligen Georg, begleitet von Dudelsackspielern aus Folkloreschulen. Die Veranstaltung vereint verschiedene Generationen rund um die Idee, handwerkliche Traditionen zu bewahren und weiterzuentwickeln. So bewahrt Trjawna nicht nur sein reiches Erbe aus der Zeit der Nationalen Wiedergeburt, sondern präsentiert es auch auf zugängliche und inspirierende Weise einem internationalen Publikum.
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Zusammengestellt von Elena Karkalanowa
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov