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Heiliger Georg – himmlischer Schutzpatron der orthodoxen Bulgaren in Zürich
Mittwoch 6 Mai 2026 09:42
Mittwoch, 6 Mai 2026, 09:42
FOTO facebook.com/eurotopian
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Am Georgstag am 6. Mai feiert die bulgarisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Zürich ihr Fest, da sie den heiligen Georg, den Siegreichen zu ihrem himmlischen Schutzpatron gewählt hat. Der Tradition folgend versammeln sich unsere Landsleute an einem Sonntag, der dem Georgstag am nächsten liegt, um gemeinsam zu feiern. In diesem Jahr hatte ihr Priester, Protopresbyter Jordan Paschew die Gläubigen zur Heiligen Liturgie am 3. Mai in der bulgarischen Kirche Maria-Hilf an der Leimbachstrasse 64 in Zürich-Leimbach eingeladen, die ihnen von der katholischen Gemeinde zur Nutzung zur Verfügung gestellt wurde. Das Fest wurde später im Freien in der Nähe der Kirche fortgesetzt, wo die Bulgaren die Natur, ihre Zusammenkunft und das Festessen genießen konnten.
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Die bulgarisch-orthodoxe Kirchengemeinde „Heiliger Georg der Siegreiche“ in Zürich wurde am 5. September 2009 als Teil der West- und Mitteleuropäischen Diözese der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche gegründet. Sie ist in der Schweiz offiziell als Mitglied des Verbandes der orthodoxen Kirchen im Kanton Zürich anerkannt. Die Seelsorge für unsere Landsleute dort und die Leitung der Diözese obliegt Pater Jordan Paschew, ein Theologe und talentierter Ikonenmaler. „Anfangs gab es keine regelmäßigen Gottesdienste, und es kamen verschiedene Priester“, erinnert sich Pater Jordan in einem speziellen Interview für den Podcast „Brücke des Glaubens“ von Radio Bulgarien.
FOTO Facebook/Jivka Agov
„Als ich hierherkam, musste ich praktisch bei Null anfangen. Ich wandte mich an die bulgarische Sonntagsschule, lernte die Leute kennen und lud sie zum Gottesdienst ein. Der erste war in der serbischen Kirche am Tag des Heiligen Erzengels Michael, an dem sich etwa fünfzehn bulgarische Familien versammelten und so fing alles an. Wir stellten einen Plan für die Gottesdienste auf, die nun regelmäßig stattfinden sollten“, erzählt Pater Jordan von den Anfängen und versäumt es nicht, den besonderen Verdienst des Schweizers Peter Witter hervorzuheben, der den Grundstein für die Vereinigung der orthodoxen Gemeinden gelegt hat. Durch diese Gemeinschaft besteht nun die Möglichkeit des Austauschs mit anderen Orthodoxen.
„Es ist sehr schwierig in der Schweiz eine Kirche zu finden, insbesondere in Zürich, das bekanntlich zu den teuersten Städten der Welt gehört“, sagt Pater Jordan. „Das wir keine Räumlichkeiten haben, ist ein großes Hindernis für das Wachstum unserer Kirchengemeinde. Glücklicherweise habe ich im Laufe der Jahre Kontakte zu Orthodoxen, Katholiken und Reformierten geknüpft, und diese guten Kontakte ermöglichen es uns, in einigen ihrer Kirchen Gottesdienste abzuhalten, wie zum Beispiel in der katholischen Kirche in Leimbach. Großzügigerweise bezahlen wir keine Miete, sondern nur die Kosten für Wasser und Strom.“
FOTO Darina Grigorowa
Einer der engsten Mitarbeiter von Pater Jordan in seinem Dienst in Zürich ist Danail Todorow. Er wurde in der bulgarischen Stadt Silistra geboren, lebte lange Zeit in London und ist seit fünf Jahren in Zürich. Seine Frau ist Schweizerin, sodass er sich in der Stadt zu Hause fühlt. Danail Todorow ist im Finanzsektor tätig. Zum Diakon wurde er in London geweiht. Als er nach Zürich kam, nahm er Kontakt zu Pater Jordan auf, um ihn bei den Gottesdiensten zu unterstützen.
„In Zürich wird alle zwei Wochen eine Heilige Liturgie abgehalten, die Pater Jordan leitet“, erzählt Danail Todorow. „Außerdem kommen wir auch zu bulgarischen Feiertagen und dem Nationalfeiertag am 3. März zusammen, was für uns als orthodoxe Christen äußerst wichtig ist.“
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Schiwka Agowa ist Vorsitzende der Kirchengemeinde, die Pater Jordan bei der Organisation der Feste und Zusammenkünfte der bulgarischen Gemeinschaft unterstützt. Ihren Worten zufolge gibt es neben den Gläubigen noch eine weitere Gruppe von Menschen, die an den kulturellen Veranstaltungen interessiert ist.
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„Dieser Verein (so ist die Kirchengemeinde eingetragen – Anm. d. Red.) ist nicht nur spiritueller Natur, sondern hat auch das Ziel, Tradition und Kultur zu bewahren und die Gemeinschaft zu stärken. Viele Menschen kommen einfach wegen der sozialen Kontakte. Wie ich oft beobachte, bleiben sie nach der Liturgie noch ein oder zwei Stunden, um sich zu unterhalten, Fragen zu stellen, sich gegenseitig zu helfen und gemeinsam zu feiern.“
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In der kommenden Folge des Podcasts „Brücke des Glaubens“, die am letzten Freitag im Mai erscheint, erfahren Sie mehr über das geistliche Leben unserer Landsleute in Zürich. Die Autoren der Folge weilten zu Gast in der Gemeinde und sammelte Erzählungen und persönliche Eindrücke über die Kirchengemeinde als verbindendes Zentrum und über die orthodoxe Kirche als Stütze ihres Geistes.
Übersetzung: Georgetta Janewa
Gestaltet von Georgetta Janewa