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„Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“ 2026 in München

Gastgeber ist das Ensemble „Lasarka“

Dienstag, 12 Mai 2026, 15:10

„Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“ 2026 in München

FOTO sabornamegdana.com

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Seit 11 Jahren werden verschiedene Städte in Europa für einige Tage zu einem Zufluchtsort für Bulgaren aus aller Welt, deren Herz im Rhythmus der nationalen Folklore schlägt. Auch wenn sie Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt leben, verlieren unsere Landsleute nicht die Verbindung zu ihren Wurzeln. Der Tanz erfüllt dabei eine weitere wichtige Funktion: Er verbindet sie und hält sie als Gemeinschaft zusammen – etwas besonders Wichtiges im hektischen Alltag, in dem persönliche Kontakte oft kurz, eher dienstlich oder kaum vorhanden sind. 

Anita Ekenowa

FOTO Facebook

Daher ist die Entstehung eines besonderen „wandernden“ Treffens ein äußerst erfolgreicher Schritt der bulgarischen Tanzformation „Ot Iswora“ aus Frankreich und ihrer Leiterin Anita Ekenowa. So zog das Treffen „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“, das 2015 in Lyon begann, wie eine Welle durch Montpellier, Gandia, Mailand, La Nucía, Verna, Kopenhagen, Prag, Palma de Mallorca und wieder Lyon und begeisterte immer mehr Teilnehmer. Das Programm wurde dabei mit Folklore-Workshops und weiteren Begleitveranstaltungen bereichert, in deren Mittelpunkt der bulgarische Tanzfolklore steht. Auch das Motto jeder Ausgabe ist unterschiedlich, und jede neue Gastgebergruppe bereichert das Ereignis und hinterlässt einen Teil von sich in der DNA des Treffens. 

FOTO Christo Koschucharow

Im Jahr 2026 ist Gastgeber das Ensemble „Lasarka“ aus der nach Industrie zweitgrößten deutschen Stadt München. Die Veranstaltung findet vom 15. bis 17. Mai unter dem Motto „Liebe, oh Liebe, schöne…“ statt. 

111 Gruppen und 9 Einzelteilnehmer werden in der Halle des „BMW Park“ gegeneinander antreten und ihre Fähigkeiten in der Interpretation des reichen musikalisch-tänzerischen Erbes vor Einwohnern und Gästen der deutschen Stadt präsentieren. Zum ersten Mal wird bei dem Forum neben Tanzgruppen aus Europa und Nordamerika auch die von Landsleuten in Südafrika gegründete Folkloregruppe „Bulgarska rosa“ teilnehmen. 

FOTO Folkloreensable „Warna“

Ein besonderer Programmpunkt ist das Eröffnungsensemble – ein deutscher bayerischer Verein, in dem auch Bulgaren mitwirken. Auch Gäste aus Bulgarien werden nicht fehlen: das Ensemble „Warna“ aus der Schwarzmeerstadt, der Volkssänger Denislaw Kechajow, ein Blasorchester und eine Majorettengruppe aus Welingrad sowie die „Tschilowski Babi“ aus dem gleichnamigen Dorf bei Russe.

Die Aufregung bei den Gastgebern von „Lasarka“ in München ist groß, wie ihr Leiter Plamen Petkow nicht verbirgt. Das Jahr 2026 ist für die Landsleute besonders – sie feiern 35 Jahre seit der Gründung des Ensembles. 

Plamen Petkow (links)

FOTO BTA

„Wir haben die Premiere eines neuen Tanzes vorbereitet, der ‚Scharena gajda‘ heißt, mit Choreografie von Iwajlo Iwanow und Musik von Georgi Andreew. Er wurde ursprünglich vom Staatlichen Folkloreensemble ‚Filip Kutev‘ aufgeführt“, erklärte der Leiter des Ensembles „Lasarka“, Plamen Petkow, in einem Interview für Radio Bulgarien. „Es ist ein Tanz aus der Region Pirin, den wir mit der Liebe verbinden – auf Basis der beiden Lieder, die Teil davon sind: der Liebe zur Freiheit und der Liebe zur Musik. Unsere zweite Präsentation wird der Tanz ‚Lasarki‘ sein, einer der ersten Tänze unseres Ensembles. Wir verbinden die Lasarki mit Liebe, Frühling und Jugend, sodass dies eine Präsentation im Einklang mit dem Motto des diesjährigen Treffens sein wird.“ 

Im Rahmen des Auftritts des Münchner Ensembles wird auch ein Ausschnitt aus dem Film über die Geschichte von „Lasarka“ gezeigt, der vom jungen Joan Kadiew inszeniert wurde. 

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Geplant ist außerdem ein gemeinsamer Tanz von „Lasarka“ und dem Ensemble „Warna“ – als Zeichen der langjährigen Zusammenarbeit und als sichtbarer Beweis dafür, wie Bulgaren im In- und Ausland gemeinsam etwas Schönes schaffen. Dabei ist zu erwähnen, dass der Gründer des Münchner Ensembles „Lasarka“ der Choreograf Beltscho Stanew ist, der langjährige Leiter des Ensembles „Warna“. 

Viele Folkloregruppen im Ausland haben keine aktive Konzerttätigkeit, daher ist „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“ eine der wichtigsten Bühnen, auf denen sie ihr Schaffen einem breiteren Publikum präsentieren können.

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„Das Reglement des Treffens sieht vor, dass nur Gruppen teilnehmen, die außerhalb Bulgariens gegründet wurden“, erklärte Plamen Petkow weiter im Interview für Radio Bulgarien. „Wir möchten das Bulgarische zeigen, das außerhalb der Heimat existiert. Wir wissen, dass, wenn wir auf die Bühne treten und die Menschen im jeweiligen Land uns sehen, dies oft ihr erster Kontakt mit Bulgarien ist. Deshalb nennen wir es ‚kulturellen Export‘ – diese Ensembles sind das erste Tor, durch das ein Ausländer auf unser Land blickt, und er ist immer von bulgarischen Tänzen, Musik und Trachten begeistert.“ 

Der spektakulärste Moment des Treffens „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“ ist der große Reigen, das alle Teilnehmer vereint. In diesem Jahr wird es am 17. Mai von 10.00 bis 12.00 Uhr auf dem Max-Joseph-Platz in München stattfinden. 

„Der große Reigen“ in Lyon (2025)

FOTO BTA

„Oft wird in München über Bulgarien nur gesprochen, wenn etwas Negatives oder ein Unglück passiert. Durch die Folklore möchten wir auch seine gute Seite zeigen. Ich glaube, das wird uns gelingen, besonders mit dem geplanten Großen Reigen, bei dem auch viele zufällige Passanten Bulgarien auf eine andere, schöne Weise sehen werden“, sagte Petkow.  

Auch Radio Bulgarien wird die Möglichkeit haben, in die Atmosphäre des Treffens einzutauchen – unser Korrespondent Joan Kolew wird vor Ort sein, daher erwarten Sie Fotos und Berichte von der Veranstaltung vom 15. bis 17. Mai.


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Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov