Der Designer Viktor Garbeschkow sorgte beim Eurovision Song Contest für Furore

Donnerstag, 14 Mai 2026, 15:06

Der Designer Viktor Garbeschkow sorgte beim Eurovision Song Contest für Furore

FOTO BTA/AP

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Nur wenige Stunden bevor die charismatische DARA die Bühne betritt und den zweiten Abend der Halbfinals des Eurovision Song Contest 2026 eröffnet, war Wien von der Erscheinung der bulgarischen Sängerin fasziniert. DARA schritt über den offiziellen türkisfarbenen Teppich des Musikwettbewerbs in einem avantgardistischen Outfit, das aus … Haaren gefertigt wurde.

Hinter der beeindruckenden kukerähnlichen Ästhetik der Interpretin von „Bangaranga“ steht der junge Designer Viktor Garbeschkow, der aus der bulgarischen Stadt der Linden Stara Sagora stammt. In einem Interview für den BNR Stara Sagora gab er zu, dass ihn die stürmische Begeisterung des Publikums überrascht hat:


FOTO Facebook/Anelia Baklova

Wir wussten, dass wir etwas Interessantes und Cooles machen, aber wir hätten nicht erwartet, dass so viele Menschen es verstehen und unsere Anspielungen geradezu erkennen und derart tief würdigen. Nicht nur das bulgarische Publikum, sondern auch das europäische Publikum“, gestand Garbeschkow.

Die Idee für die moderne Interpretation eines Kuker-Kostüms entstand bereits zu Jahresbeginn, als DARA erklärte, sie wolle sich für ihre kommenden Projekte in einen „modernen Kuker“ verwandeln.

FOTO Privatarchiv

Ihr Stylist Iwan Zuzumanow rief mich an, weil er wusste, dass ich mit Haar arbeite und seit anderthalb Jahren solche haarigen Kleidungsstücke entwerfe. Er sagte zu mir: ‚Wir müssen auf diesem Teppich einschlagen und etwas wirklich Cooles machen.‘ So haben wir begonnen, mit verschiedenen Varianten und Skizzen, bis wir zu diesem beinahe kukerartigen Kostüm gelangten, allerdings stark verkürzt und mit eleganter Silhouette.“

Viktor Garbeschkow gehört zu jenen jungen und kreativen Bulgaren, die mühelos in die Rolle mutiger Visionäre schlüpfen und Traditionen, unterschiedliche Stoffe und visuelle Konzepte miteinander verbinden. Seine Berufung entdeckte er, als er seine Ausbildung an der Nationalen Kunstgewerbeschule im Fachbereich Modedesign begann.

Damals hob sich gewissermaßen ein Vorhang, und ich erkannte, dass die Mode alles verkörpert, was mich inspiriert und worin ich mich entwickeln möchte. Genau deshalb entwerfe ich nicht nur Kleidung oder Fotografien, sondern erschaffe ein vollständiges Bild, ein ganzes kleines Universum. Ich glaube, dass Kleidung, Accessoires, Make-up, Haare, Fotografie, Beleuchtung und Audio dazu beitragen, dass ein Projekt als Ganzes funktioniert“, erklärte der junge bulgarische Künstler 2023 in einem Interview für die bulgarische Ausgabe des Magazins „Grazia“.

Damals war Viktor erst 18 Jahre alt, galt aber bereits innerhalb der Branche als kreativer Kopf, der durch Mode seine eigenen kleinen Welten erschafft.

Provokation ist ihm auch heute nicht fremd. Während er weiterhin seinen Traum verfolgt und noch Student in Mailand ist, gelang es Viktor, das Interesse der Eurovision-Öffentlichkeit auf seine Kreation und damit zugleich auf DARA und den Titel „Bangaranga“ zu lenken. Die Arbeit am Projekt erwies sich als echte Herausforderung zwischen Studium und den Vorbereitungen für die größte Musikbühne Europas.

FOTO Privatarchiv

Es ist kompliziert, alles miteinander zu verbinden. Die Arbeit außerhalb der Universität beeinträchtigt die Universität, und die Universität beeinträchtigt die Arbeit. Doch mit der Zeit findet man ein Gleichgewicht. Schon als Gymnasiast arbeitete ich mit DARA und anderen Künstlern in Bulgarien und im Ausland zusammen“, sagte der begabte Designer.

Er gestand, dass der eigentliche emotionale Moment kurz vor der Veranstaltung kam, als er das Kleid nach mehreren Wochen intensiver Arbeit selbst nach Wien bringen musste:

Anfangs war geplant, das Kleid nur nach Sofia zu schicken, damit DARA damit nach Wien reist. Doch der Prozess erwies sich als viel komplizierter. Ich beendete das Kleid zwei Tage vor der Veranstaltung und musste es persönlich überbringen. Da sagte ich mir: ‚Mein Gott, was mache ich hier eigentlich‘“, so Viktor Garbeschkow.

Diese Erfahrung wurde zu etwas, was weitaus mehr ist als ein reines Modeprojekt.

FOTO Viktor Garbeschkow und DARA

Die Emotionen sind unglaublich. Das Gefühl, dabei zu sein und mitzuerleben, wie Geschichte geschrieben wird, war eine außergewöhnliche Ehre. Ich habe nicht nur mich selbst als Künstler präsentiert und DARA geholfen, makellos auszusehen, sondern wir haben auch Bulgarien vertreten – durch unsere Traditionen und die Anspielungen auf unsere jahrhundertealten Bräuche auf der europäischen Bühne“, sagte Viktor Garbeschkow abschließend gegenüber Toschka Sabewa vom BNR Stara Sagora.

Wenn auch Sie Gefallen an DARA gefunden haben und den Refrain von „Bangaranga“ nicht mehr aus dem Kopf bekommen – unterstützen Sie sie. Sie eröffnet den Wettbewerbsabend heute Abend, und Zuschauer aus der ganzen Welt können auf der Website ESC.VOTE mit der Nummer 1 für sie stimmen.


Redakteurin: Elena Karkalanowa

Übersetzung: Rossiza Radulowa