Keine Emigration, sondern ein Abenteuer: Der Weg von Slaw Smiljanow in Irland

Samstag, 11 Juli 2026, 17:10

Slaw Smiljanow

Slaw Smiljanow

FOTO Privatarchiv

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Der Bulgare Slaw Smiljanow gehört nicht zu den Menschen, die auswandern, um Geld zu sparen oder sich ein besseres Leben aufzubauen. Vor 13 Jahren wagte er diesen Schritt aus einem anderen Grund: Er liebt Abwechslung, Reisen, neue Begegnungen und das Kennenlernen der Welt. Bereits zuvor hatte er einige Monate auf Zypern gelebt und 2002 sowie 2005 an Studentenprogrammen in den USA teilgenommen. 

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„Was mich nach Irland zog, war die Erfahrung eines Schulfreundes, mit dem ich bis heute eng befreundet bin. Ich lebe seit 2013 in Irland. Zwei Jahre zuvor besuchte ich ihn dort und blieb einen Monat. Mir gefiel der Ort, an dem er lebte. Als ich ihn zwei Jahre später erneut besuchte, erhielt ich bereits am dritten Tag ein Jobangebot. Da sagte ich mir: Warum nicht? Ich probiere es einfach aus“, sagte Smiljanow. 

Slaw ließ sich in Strandhill nieder, einem kleinen Dorf an der Atlantikküste im Nordwesten Irlands. Dort wollte er seinen beruflichen Traum verwirklichen und sich ganz dem Kochen widmen. 

Sonnenuntergang in Strandhill

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Strandhill ist vor allem für das Surfen bekannt. Vor einigen Jahren errichtete die irische Regierung dort ein Trainingszentrum für die Nationalmannschaft. Im Winter leben etwa 1.500 Menschen im Ort, im Sommer kommen zwischen 150.000 und 200.000 Touristen. Es gibt zahlreiche Restaurants und Cafés. Ich habe im Laufe der Jahre in zwei der erfolgreichsten Betriebe gearbeitet. Anfangs war alles sehr spannend, aber auch schwierig – vor allem wegen der vielen neuen Produkte und Gewürze, die ich aus der asiatischen Küche nicht kannte“, so Smiljanow. 

Заведението в Ирландия

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Die irische Gastronomie habe sich in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten stark entwickelt, erzählt der Bulgare. Gemeinsam mit seinem Schulfreund entschloss er sich schließlich, ein eigenes Lokal zu eröffnen – mit einem Konzept, das sich von den meisten anderen Angeboten im Ort unterscheidet. 

Fischburger – geplantes Kabeljaufilet, Remoulade, „schnell“ eingelegte rote Zwiebeln und Gurken, und Rindfleischburger mit Oktopus

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„Wir haben etwas geschaffen, das im Dorf fehlte. Üblicherweise gibt es hier Burger oder Fish and Chips. Alles wird in Kartonschalen serviert und zum Mitnehmen verkauft. Unsere Speisekarte ist bewusst klein. Da wir komplett auf Kellner und Manager verzichten, können wir etwas günstigere Preise anbieten und gleichzeitig eine sehr hohe Qualität gewährleisten. Wir verwenden ausschließlich hochwertige Produkte. Ein großer Vorteil ist außerdem, dass wir stets frische Meeresfrüchte anbieten“, erklärte Smiljanow.  

Geschmorte Muscheln und Garnelen

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Wie viele Bulgaren heute in Irland leben, lässt sich nur schwer genau bestimmen. Nach Angaben von Eurostat, die von der Deutschen Welle zitiert werden, lebten 2022 offiziell 2.508 Bulgaren länger als ein Jahr im Land. Inoffiziell dürfte ihre Zahl jedoch deutlich höher sein. 

Slaw Smiljanow berichtet, dass in der etwa 20 Kilometer entfernten Stadt Sligo zwischen 20 und 30 Bulgaren leben. In Armagh in Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört, seien es rund 3.000 Landsleute. Dort gebe es zahlreiche bulgarische Geschäfte, weshalb er und sein Geschäftspartner gelegentlich dorthin fahren, um bulgarische Produkte einzukaufen. Auch in Westport im Westen Irlands arbeiten viele Bulgaren in den zahlreichen Hotels der Stadt. 

Mit seiner Frau auf der Insel Mahé auf den Seychellen

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Der saisonale Charakter seines Geschäfts teilt Slaws Zeit zwischen Irland und Bulgarien auf. In die Heimat reist er meist im Winter zurück. Bei einem dieser Aufenthalte lernte er auch die Frau kennen, mit der er bald vor den Traualtar treten wird. Wir wünschen den beiden ein glückliches gemeinsames Leben, das das Beste aus beiden Kulturen vereint. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov