Autor
Elena Karkalanowa
Artikel
Daniel Dimow ist die Stimme der Bulgaren in der Kommunalpolitik von Düsseldorf
Mittwoch 8 Juli 2026 15:06
Mittwoch, 8 Juli 2026, 15:06
Daniel Dimow
FOTO Daniel Dimow / Facebook
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Erstmals zieht ein Bulgare in die Verwaltung von Düsseldorf ein. Daniel Dimow, Vorstandsvorsitzender Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft „Donau“ NRW e.V., übernimmt bis 2030 die Funktion eines sachkundigen Bürgers. Derzeit ist er außerdem stellvertretendes Mitglied des Stadtrats, um sicherzustellen, dass die Interessen der bulgarischen Gemeinschaft bei wichtigen Entscheidungen Gehör finden.
Im Gespräch mit Radio Bulgarien erläuterte Dimow seine Beweggründe für den Einstieg in die Kommunalpolitik:
„Ehrlich gesagt wollte ich mich nie mit Politik beschäftigen. Im Laufe der Jahre bin ich jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass es jemand tun muss, wenn wir möchten, dass die Interessen der stetig wachsenden bulgarischen Diaspora in der Stadt und der Region vertreten werden. Nach Initiativen der Exekutivagentur für die Bulgaren im Ausland in Budapest und Wien hatte ich die Gelegenheit, Vertreter der historischen bulgarischen Gemeinschaften in Ungarn und Rumänien kennenzulernen. Dort gibt es hervorragende Beispiele dafür, wie die bulgarischen Minderheiten direkt an der Verwaltung ihrer Länder mitwirken können. Beim Erfahrungsaustausch wurde uns von beiden Seiten empfohlen, uns aktiv an der Kommunalpolitik zu beteiligen. Schließlich arbeiten wir alle, zahlen Steuern und es ist nur fair, dass auch wir an einem Teil der Entscheidungen beteiligt sind“, erklärte Daniel Dimow.
Seine Befugnisse erlauben es ihm nicht nur, beratend tätig zu sein, sondern auch aktiv Einfluss auf die Entscheidungen der Ausschüsse des Stadtrats zu nehmen. Als Stellvertreter eines Stadtratsmitglieds verfügt er über ein volles Stimmrecht bei Abstimmungen über wichtige Angelegenheiten der Stadt und der Öffentlichkeit.
Unser Landsmann verweist auf die offiziellen Statistiken, wonach in Düsseldorf rund 4.000 Bulgaren und im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa 150.000 bulgarische Staatsbürger leben. Welche Themen beschäftigen diese Gemeinschaft am stärksten und wobei könnte er sie unterstützen?
FOTO Daniel Dimow / Facebook
Die Probleme sind in allen Städten der Region ähnlich. Vor allem fehlt es an Räumlichkeiten. Diese könnten zwar mit finanziellen Mitteln bereitgestellt werden, doch man darf nicht vergessen, dass bulgarische Organisationen gemeinnützig sind und nicht über große Budgets verfügen. Deshalb besteht ein Bedarf an vergünstigten Bedingungen bei der Anmietung von Räumen. Die Mitwirkung in der Kommunalpolitik hilft durch das Knüpfen von Kontakten, Menschen kennenzulernen, die möglicherweise bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten helfen können. Gleichzeitig sorgt sie für mehr Sichtbarkeit der Bulgaren hier. Viele Politiker wissen gar nichts von der wachsenden bulgarischen Gemeinschaft in der Stadt. Indem wir sie treffen, ihnen von unserer Gemeinschaft erzählen und sie zu unseren Veranstaltungen einladen, tragen wir gleichzeitig dazu bei, das Image der Bulgaren in der Stadt zu verbessern“, sagte Dimow.
Neben seiner administrativen Tätigkeit hat sich Dimow zum Ziel gesetzt, auch das häufig negative Medienbild der Bulgaren in Nordrhein-Westfalen zu verändern. Er ist überzeugt, dass das persönliche Vorbild erfolgreicher Fachkräfte und die Kulturdiplomatie der beste Weg sind, Vorurteile abzubauen. Daniel Dimow ist stolz darauf, dass seine Gesellschaft dazu beigetragen hat, „dass in diesem Jahr erstmals so intensiv über Bulgarien gesprochen wird“. Dies geschieht durch eine Reihe von Seminaren über Bulgarien, darunter auch Veranstaltungen, die die bulgarische Politik aus deutscher Perspektive beleuchten.
„Am 15. Juli werden wir gemeinsam mit dem Generalkonsulat Bulgariens in Düsseldorf unser Land präsentieren und unsere Gäste – wenn auch nur für einige Stunden – nach Bulgarien entführen. Wir haben viele interessante Programmpunkte vorbereitet: Tänzer in Volkstrachten, bulgarisches Catering und vieles mehr, was unsere Gäste in die Magie Bulgariens eintauchen lassen wird“, so Daniel Dimow abschließend.
Übersetzung: Rossiza Radulowa